Karl und Erna Schuchardt: Christlicher Plakatdienst

Karl und Erna Schuchardt - Christlicher Plakatdienst

Abbildung 1
Karl und Erna Schuchardt Hamburg 1933

Christlicher Plakatdienst Hamburg e.V. – Karl & Erna Schuchardt

Abbildung 2
Gründer der Hamburger Plakatmission 1949 / heute

Der „Christliche Plakatdienst Hamburg e.V.“, ursprünglich bezeichnet als „Christliche Plakatmission“, später ausgeweitet zum bundesweiten Plakatdienst, aber keinesfalls zu verwechseln mit dem 2003 gegründeten und offenbar evangelikalen, kommerziell ausgerichteten. "Christlichen Plakatdienst (Gummersbach) e.V." , wurde in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs in Hamburg durch den Straßenbahnschaffner Ernst Martins (1. Vors. / ✝ 1976) und den U-Bahn-Stationsvorsteher Heinrich Bosholm (✝ 1991) ( gemeinsam mit Karl (1. Vors. ab 1956) und Erna Schuchardt sowie weiteren Brüdern aus 4 Kirchen - der Ev. methodistischen, Ev. lutherischen, Ev. freikirchlichen , Ev. römisch-katholischen Kirche als Bürgerinitiative ins Leben gerufen, die sich inmitten der Trümmer der zerbombten Hansestadt als stärkende Ermutigung zum Wiederaufbau durch die ‚Frohe Botschaft‘ des Evangeliums verstand. Ihre Intention war es, gemäß ihrer Devise, den Glauben ins Leben zu ziehen, die sog. goldenen Worte der Bibel – z. B. „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“ (Ps. 23) oder „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“ (Joh. 16, 33) – zunächst in jeweils 55, später in allen 220 Straßenbahnen und U-Bahnwagen, sowie auf sämtlichen 750 Litfass-Säulen und allen 150 Hapag-Lloyd-Dampfern zu verbreiten. Es war die Geburtsstunde der schon damals ökumenischen Christlichen Plakatmission. Ostern 1949 als e.V. konstituiert, im Volksmund zunächst „Kanzel-Straßenbahn“genannt, sodann 1950 in „Christlicher Plakatdienst“ umbenannt.

Die Christliche Platkatmission (CP), war fortan vertreten auf den Kirchentagen: 1951 in Berlin, 1952 in Stuttgart, 1953 in Hamburg, vertieft 1955 durch Missionsreisen nach London und Paris, verankert 1962 in der gegründeten „Arbeitsgemeinschaft der Plakatmission“ (AG) und 1955 aufgenommen in die „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen“ (ACKH).

Abbildung 3
Plakate der Hamburger Kanzel Straßenbahn 1949

Sie wurde zum Modell für ganz Deutschland und 1999 im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hamburg durch eine Jubiläums-Plakat-Ausstellung anlässlich ihres 50jährigen Bestehens gewürdigt.

Karl Schuchardt (*1894 -✝1972, HH-Bergedorf) war Sohn eines Hamburger Kaufmanns, arbeitete zunächst als Prokurist in der Export-Firma Wilhelm Albers am Deichtormarkt, bis diese zu Beginn der NS-Zeit aufgelöst wurde, sodann, als Regimegegner mit geringen Aufstiegschancen, ab 1934 in der Senatskanzlei Hamburg, wo ihn in der Nachkriegszeit der Ruf der Diakonie erreichte, als Verwaltungsleiter den Wiederaufbau der schwer zerstörten Diakonissenanstalt „Alten Eichen“ in Hamburg-Stellingen sowie der „Auguste-Viktoria-Stiftung“ an der Elbchaussee zu übernehmen. Neben dem Ausbau der Plakatmission engagierte er sich als Kirchenvorsteher, später Kirchenältester der Bergedorfer St. Petri-und-Pauli-Kirchengemeinde sowie im Martin-Luther-Bund, in der Männerarbeit und der Begleitung von Waisenkindern, während Erna Schuchardt (geb. Aurisch, *1906 - ✝1988 Hamburg) als langjährige Chefsekretärin der Vereinsbank in Hamburg für die Plakatmission Finanzkontrolle und Schriftverkehr übernahm und nebenbei, gleichfalls ehrenamtlich, noch den Frauen- und Mütterkreis der St. Petri-und-Pauli-Gemeinde leitete sowie Jugendarbeit und Besucherdienst aufbaute

Abbildung 4
Ahnengalerie, Stammbaum, Wappen 1394

Während die Historie über den Vorfahren Dr. Hermann Schuchard (*1868- ✝1923) , Gründer des „Hessischen Diakoniezentrums Hephata“ in Treysa/Kassel (1896), berichtet, er könne „pastern und kutschern“, kennt man ihn, den Nachfahren Karl Schuchardt, als „Prediger der Kanzel- Straßenbahn“.

Er ging als „Nestor des Christlichen Plakat-Dienstes“ ins Bergedorfer Gedächtnis ein.

Weiterführende Literatur

1) „Christlicher Plakatdienst e.V. RegisterNr.: 81041, Amtsgericht Siegburg, Vereinsvorstand Eltern & Kind der Familie Frank, Vereinsgröße 2009: 7) Mitglieder, laut Wikipedia-Seite "Christlicher Plakatdienst" wohl kein gemeinnütziger Verein, sondern primär dem Verkauf eigener Produkte gewidmet.

s. https://www.psiram.com/de/index.php?title=Christlicher_Plakatdienst Zitat: „Über die finanzielle Situation des Vereins, insbesondere die Höhe seiner Spendenzuflüsse, ist nichts bekannt. Doch deutet der Umfang seiner Aktivitäten auf Umsätze in nicht unerheblicher Höhe hin"

2)„Kanzel-Straßenbahn“ – 50 Jahre Christlicher Plakatdienst e.V., Hamburg 1999 (Archiv-Flyer)

3) - Ergänzungen zum Hörfunkbeitrag zum „Bergedorfer Personenlexikon“:

Olaf Matthes, Bardo Metzger (Hrsg.) (1988) Band I:„Bergedorfer Personenlexikon“.

Franklin Kopitzsch, Dirk Brietzke (Hrsg.) (2003, 2. Aufl.) Band 2: „Hamburgische Biografie,Personenlexikon“. Museum für Hamburgische Geschichte, Hamburg,

„Karl und Erna Schuchardt – 'Nestor' der Plakat-Mission Hamburg, heute bundesweiter Plakat-Dienst

in: Schuchardt, Erika (2024), „Hermann Schuchard und Hephata – Vorreiter der Inklusion vor 130 Jahren. ‚Hessens Bodelschwingh‘ im Licht der Gegenwart“, Band I, „Hermann Schuchard und Hephata – Schuchard/t Archiv Digital seit 1888“, Band II, Bethel-Verlag Bielefeld, S. 880-881.

„Karl und Erna Schuchardt – Die Protagonisten der ‚Hamburger Kanzel-Straßenbahn‘ . Bilder aus ihrem Leben“, a.a.O., Band II, S. 874-879.

Schuchardt, Karl: „Leihgaben Gottes auf Zeit“ – Vierländer Bauernkunst, HH 1943, m.s.

https://schuchard-inklusionskirche-hephata1894.de/archiv-digital

https://www.prof-schuchardt.de/index.php/21-person/galerie/324-galerie-ahnen-familiengeschichte

ZDF Bildungsmagazin Simone Emmelius: „An-Stöße“ Schritte aufeinander zu.1. BMBW Kongress Weiterbildung Soziale Integration. „Kann man soziales Lernen lernen? – Müssen nur Behinderte es lernen?“, in: ZDF 14. Januar 1987 – (Artikel vor 19__ noch nicht digital verfügbar)

s. BMBW-An-Stöße Hephata ZDF '86 Schuchardt/Vulpius:

 

Bundesweiter Plakatdienst

– heute Bundesweiter Plakatdienst Familie Schuchard / Schuchardt